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Heinrich-Böll-Gesamtschule Düren
Lesungen
Düren. Der Nationale Vorlesetag wurde in der Kinder- und Jugendbücherei der Stadt Düren auf ganz besondere Art und Weise gewürdigt: Jens Hildebrand, der in der Nähe von Düren lebt und in Düren unterrichtet, las aus dem zweiten Band seiner spannenden und lustigen Bücher um „Team 002“ vor Schülerinnen und Schüler des 6. Schuljahres der Heinrich-Böll-Gesamtschule.

„Haben Sie außer diesen beiden Büchern für Kinder schon andere geschrieben?“ , wollte ein Schüler wissen. „Ich habe vorher viel veröffentlicht für Erwachsene, vor allen Dingen für Lehrer. Um das wieder gut zu machen, habe ich angefangen für Kinder zu schreiben.“, antwortete der Autor. Dass Jens Hildebrand über Humor verfügt, beweist schon die Ankündigung seiner Lesung in der Stadtbücherei, in der es heißt: „Er lebt mit seiner Familie und einem Hund, der so groß ist wie ein Gartenhaus, in der Nähe von Düren. Zur Tarnung arbeitet er als Lehrer am Stiftischen Gymnasium.“

Humor ist einer der Grundtöne des Buches „Das Utopia Element“, aus dem Jens Hildebrand vorlas.
Spannung ist das zweite. In seinen beiden Büchern um „Team 002“ geht es um den elfjährigen Jungen Tom Carter, der gemeinsam mit Gertrud aus der Nachbarschaft, die nicht nur Oma sondern auch Geheimagentin ist, mögliche und unmögliche Missionen meistern muss.

Zum siebten Mal 

Der bundesweite Vorlesetag, zu dem die Stiftung Lesen gemeinsam mit „Die Zeit“ aufruft, fand zum siebten Male statt. In der Kinder- und Jugendbücherei entpuppte sich diese magische Ziffer 7 als Glückszahl und Jens Hildebrand als vorlesender Autor mit „Dürenhaftung“ als Glücksgriff.
Besuch des Krimiautors Jens Hildebrand beschert Spannung und Humor
Journalist Heiner Lichtenstein zu Besuch in der HBG
Buchautor Frank Becker liest an der HBG Düren
Journalist Heiner Lichtenstein spricht an der Heinrich-Böll-Gesamtschule über die schrecklichen zwölf Jahre der NS-Herrschaft. Weit über 100 junge Leute hören gebannt zu.
Die schecklichen zwölf Jahre der NS-Herrschaft einfach als Vergangenheit abhaken? „Mir war klar, dass es das nicht gewesen sein kann“, sagt der 78-Jährige, für den die Berichterstattung über die Jahre des Nationalsozialismus und die anschließenden NS-Prozesse nach diesem Schlüsselerlebnis zur Lebensaufgabe wurden.

Der langjährige politische Redateur des WDR, der für sein Engagement mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht worden ist, war jetzt zu Besuch an der Heinrich-Böll-Gesamtschule, um mit Zehnt- und Elftklässlern sowie den Abiturjahgängen über die grausame Vergangenheit zu diskutieren.

Vor allem diskutieren wollte Lichtenstein mit den Jugendlichen, denn, so der 78-Jährige, es sei schließlich besser miteinander Gedanken auszutauschen, als bloß Fragen zu beantworten.

Fragen hatten die Schülerinnen und Schüler viele, das Interesse an dem Vortrag war groß. Weit über 100 junge Leute lauschten den Ausführungen Lichtensteins in der Aula der Schule.

Detailliert und lebhaft berichtete der Journalist von NS-Prozessen im In- und Ausland, von der Befreiung der Konzentrationslager und von seiner Jugend während der Terrorherrschaft.

„Ich fand das grausam, was Menschen mit anderen Menschen machen“, sagt er und beteuert, dass er, obwohl er damals noch sehr jung gewesen sei, schon immer auf der Seite der Opfer gestanden habe.

Gleichwohl könne er verstehen, dass sich damals viele junge Leute für den Nationalsozialismus begeistert hätten. Schließlich hätten die Nazis den Jugendlichen viel geboten, etwa Ferien auf der Ostseeinsel Rügen. 

Teil der Geschichte 

Lichtenstein malte mit seinen Worten eindringliche Bilder („Das ist ein ganz entsetzlicher Gestank, wenn Menschen verbrannt werden.“) und appellierte an seine jungen Zuhörer, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen: „Ihr seid zwar ein Teil der jungen Generation, der Nationalsozialismus ist aber, so kurz wie er auch war, ein wichtiger Teil der Geschichte dieses Landes. Deshalb solltet ihr euch dafür interessieren.“

Seine Worte fielen nicht auf taube Ohren, die Schülerinnen und Schüler folgten seinem Vortrag gespannt. Zum Schluß bedankten sie sich bei Heiner Lichtenstein mit tosendem Applaus und einem Blumenstrauß. (ab)
Buchautor live erlebt
Düren. Manchmal sind es ganz einfache Fragen. „Wie er denn auf die Idee für das Buch gekommen sei?“, fragt eine Schülerin derHeinrich-Böll-Gesamtschule. Ein Mitschüler will wissen, wo Frank Becker herkommt. Er wohne in Echtz, lautet die Antwort. Also fast ein Nachbar, geht es einigen Schülern durch den Kopf. Der Autor bleibt den Fünftklässlern keine Antwort schuldig. 

Mitmachen erwünscht 
Er liest dem jungen Publikum aus seiner Kriminalgeschichte für Kinder mit dem Titel „Cora und das Geheimnis der schwarzen Dame“ vor. Dabei setzt Frank Becker mehr auf die Interaktion mit den Kindern, als auf andächtiges Lauschen. Eine Schülerin hat auch schon mutig nach den Familienverhältnissen des Kinderbuchautors gefragt und erfahren, dass Frank Becker zwar keine eigenen Kinder hat, aber viele Neffen und Nichten. Die, wie er zugibt, auch als Vorlage für die eine oder andere
Figur in „Cora“ Pate standen. 

Die Geschichte der elfjährigen Cora, die sich in den Sommerferien auf die Spur des Geheimnisses hinter einem mysteriösen Gemälde begibt, lässt prickelnde Spannung in der Aula der Schule aufkommen. Und so ist die Lesestunde schneller um, als es den Schülern lieb ist. 

Frank Becker ist ein moderner Autor. Unter www.coras-home.de kann man sich in Coras Gästebuch eintragen. Die Eintragungen der Kinder sprechen für sich. So schreibt dort ein Schüler: „Hi Frank, ich möchte fragen ob du wieder zu uns in die Klasse kommst, bitttttteee!“. Spätestens jetzt ist klar, Frank Becker hat bei der Lesung in der Heinrich-Böll-Gesamtschule viele neue Freunde gewonnen.